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IBM gibt Vollgas bei Speichertechnologien

Mehr als 30 Neu- oder Weiterentwicklungen von Hard- und Software, an denen 2500 Entwickler in neun Ländern beteiligt waren, dazu die Ergebnisse von acht Firmenübernahmen aus den letzten drei Jahren im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar, das alles hat IBM nun zu einem Paket geschnürt, das die umfangreichsten Ankündigung der Firmengeschichte auf dem Gebiet der Speichertechnologien darstellen soll.

Am Dienstag erläuterten Marcellus Scheefer, Brand Leader Speichersysteme bei IBM und IBM-Storage-Evangelist Ralf Colbus die Neuheiten der Presse. Strategisch hat Big Blue, so war zu erfahren, Verfügbarkeit (Availability), Backup und Archivierung (Retention), die Datensicherheit (Security) sowie die Konformität mit gesetzlichen Regelungen (Compliance) als strategische Zielpunkte ausgemacht, die es mit den neuen Geräten und Programmen erreichen will. Motor der Entwicklung bleibt für die Speichertechnik dabei weiter das ungebremste Mengenwachstum der Daten (50 bis 70 Prozent im Jahr). Der Löwenanteil des Zuwachs (mehr als 80 Prozent) entfällt dabei auf unstrukturierte Daten.

Wer mit dem exponentiellen Datenwachstum Schritt halten und für die Zukunft gerüstet sein will, in der mehr Mobilität, zunehmende globale Vernetzung oder das Web 2.0 noch mehr Daten produzieren, der braucht eine hoch skalierbare Architektur. IBM adressiert dieses Problem im Fibre-Channel-Segment mit der Technologie des im Januar übernommenen israelischen Storage-Spezialisten XIV. Ein besonderer Algorithmus verteilt hier die Daten gleichmäßig über eine große Anzahl Festplatten und ermöglicht so mit Standardkomponenten beeindruckende Performance. Gleichzeitig steigt die Datensicherheit und ein Rebuild eines 1 Terabyte großen Volumes soll außerdem nur noch 30 Minuten statt bisher vier Stunden laufen. Vergleichbares für die Protokolle CIFS und NFS soll das neue Scale-Out-Filesystem (SOFS) leisten, das ebenfalls mit Standardkomponenten hantiert, Backup und Information Lifecycle Management (ILM) integriert und auch ohne zusätzliche Software Spiegelung und Snapshots meistert. Dabei ist es extrem schnell, gemessen wurde ein Durchsatz von bis zu 134 GByte/s.

Bei den klassischen Speichersystemen werden sowohl die Modelle der High-End-Serie DS8000 als auch die der DS5000-Familie für die obere Mittelklasse weiter ausgebaut. Neu sind hier unter andrem RAID 6, mehr Platten und die Wahlmöglichkleit zwischen verschiedenen Fibre-Channel-Standards und iSCSI. Bei den Tape Libraries steigt die Packungsdichte, neu sind hier IBM-Systeme, die ein Petabyte auf nur 0,9 Quadratmeter unterbringen und ein Autoloader, der nur eine Höheneinheit im Rack verbraucht, aber komprimiert bis zu 14,4 Terabyte auf LTO3- und LTO4-Bänder zu speichern vermag. Zudem erwähnenswert ist die mittlerweile in IBM-Produkte integrierte Technik der kürzlich erworbenen Firma Diligent. Ihre Deduplikationstechnik zur Vermmeidung von Redundanzen erlaubt nun der neuen IBM Virtual Tape Library TS7650G Kompressionsraten von bis zu 25:1.

(Jens-Christoph Brendel)
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