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Linux Foundation: Mitleid mit Microsoft

Eine Woche voller Erfolgsmeldungen für Linux und Open Source, während Microsoft mit der Fachpresse zu kämpfen hat – dieses Resümee zieht der Geschäftsführer der gemeinnützigen Linux Foundation, Jim Zemlin. Auch die New York Times sieht eine gute Ausgangsposition für Linux auf Desktops.

Zemlin beginnt einen aktuellen Blogeintrag mit den Worten: "Es ist schwer für den Geschäftsführer der Linux Foundation (LF), mit Microsoft Mitleid zu haben, aber diese Firma hat eine schlechte Woche hinter sich...“. In einer persönlichen Presseschau listet er Artikel auf, die im Wochenverlauf Microsoft oder Linux zum Thema hatten. Den Anfang macht eine Titelgeschichte über Microsoft aus dem Wall Street Journal vom Montag, in der beschrieben wird, wie der Software-Konzern in Afrika gegen Linux-Mitbewerber vorgeht. Dann beschreibt er die Resonanz einiger Medien auf die Ankündigung von "Windows 7" und die Microsoft-Pläne zum Cloud Computing namens Azure. Zemlin hat den Eindruck, ersteres wird von der Presse "als Versuch betrachtet, das zu korrigieren was, mit Vista falsch gelaufen ist." Bei den Ankündigungen zur Microsoft-Computerwolke sei die Presse irritiert, wie Zemlin meint: "Keine Lizenzen, Preise oder Angaben zur Fertigstellung. Dies für etwas, das Amazon mit einer Linux-basierten Lösung seit mehr als einem Jahr mit der EC2-Wolke anbietet."(Linux-Magazin Online berichtete.)

Die Berichterstattung über Linux hingegen macht dem Leiter der Stiftung hinter dem freien Betriebssystem Freude. Vor allem die aktuelle Entwicklung auf dem Laptop sorgt für Schlagzeilen: Nach Asus, Acer, Dell, Lenovo und anderen ist HP ein weiterer Hardware-Hersteller, der mit einem Linux-Notebook auf den Markt drängt. Das Unternehmen stellt für seinen Rechner namens HP Mini 1000 eine eigene Linux-Variante namens Mobile Internet Experience (MIE) vor. Zemlin verweist auf einen Artikel vom letzten Montag in der New York Times, in dem die Zeitung einen weiteren Zukunftsmarkt für Linux ausmacht: Den schnellen Start am Computer, auch Instant-On genannt.

Im "Zeitalter der Ungeduld" können die Minuten, die ein Rechner zum Hochfahren benötigt, nach Beobachtung der Zeitung ein Wettbewerbsvorteil für den Hersteller sein, der den Anwender schneller arbeiten lässt. Der Autor hat einen Microsoft-Blogeintrag ausfindig gemacht, der darauf schließen läßt, dass das Unternehmen diesen Bedarf erkannt hat und für die nächste Windows-Versionen einen Systemstart binnen weniger als 15 Sekunden verspricht. Allerdings hat das freie Betriebssystem Linux hier technologisch die Nase vorn, wie die New York Times feststellt: "Bis Microsoft einen Weg findet, um die Zeit erheblich abzukürzen bis Windows lädt, beschleunigen die PC-Hersteller die Startzeiten mit Programmen, die Windows umgehen. Die Systeme variieren technisch, aber sie alle basieren auf einer Version des Betriebssystems namens Linux. (...) In einigen Fällen startet Windows gar nicht, bei anderen wird Windows im Hintergrund hochgefahren.“

Hersteller wie Asus und Lenovo statten ihre Rechner mit dem Linux-basierten Splashtop aus, von Canonical kommt eine eigene Ubuntu-Variante namens Launcher und auch die Knoppix-Variante auf dem Fukato-Netbook nutzt LXDE in Kombination mit dem Programmstarter lxlauncher.

Für LF-Geschäftsführer Jim Zemlin sind das klare Signale, und seine Fragen meint er rhetorisch: "Linux auf mehr Laptops als Windows? Dell, HP, Asus, Lenovo und andere verkaufen Linux-Desktops zu unglaublichen Preisen? Microsoft muss auf ausgefahrenen Wegen hinterherlaufen statt selbst vorauszugehen?" Zemlin jedenfalls meint, dass die Weichen für Linux für 2009 gut gestellt sind.

(Britta Wülfing)
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Kommentare (1)
von
xB,
06.11.2008 13:37
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