LISA USENIX: Ted T'so hilft beim Systemcrash und präsentiert System Tap
12.11.2008
In mehreren Tutorials teilt der Linux-Kernelentwickler Ted T'so sein Wissen mit den Teilnehmern der Lisa USENIX Konferenz in San Diego. Erste Hilfe beim Hardware-Systemcrash war eines der Themen, und mit der Vorstellung von System Tap gab es auch für den Linux-Guru eine Premiere.
„Don't panic“ - dieser Rat zieht sich durch T'sos Vortrag zum Thema Hardware-Crash. Und auch für die zweite Grundregel ist die Zeit nicht zu kostbar: Macht Backups! Der Linux-Entwickler selbst setzt zur Datensicherung auf einfache Skripts, aber er verweist auch auf Open-Source-Lösungen wie Amanda oder Rsync oder kommerzielle Varianten wie BRU oder Arkeia. Nach einer kurzen Schilderung einiger möglicher Hardware-Katastrophen - „Linux-Hardware kann sehr einfallsreich abstürzen“, so T'so, rät er zur Erforschung der Ursachen auf niedrigster Ebene. „Ich entschuldige mich,“ so der Kernel-Entwickler, „aber ich gebe zu, dass die Linux-Error-Messages nicht sehr Sysadmin-freundlich sind.“ Dennoch empfiehlt er, die Kernel-Log-Messages in die Suche mit einzubeziehen.
Linux-Kernel-Entwickler Ted T'so bei der LISA USENIX Konferenz.
Als erste Rettungsmaßnahme empfiehlt er ein Image-Backup als gute Möglichkeit, Restbestände zu sichern. Als Grundlage zur Fehlerbehebung betrachtet T'so das Verständnis für die Materie. Konsequenterweise erklärt er die Funktionsweise von Festplatten samt Partitionen und Logical Volume Manager (LVM) und gibt einen Überblick über Dateisysteme und Überwachungsmaßnahmen. Als ein Beispiel für eine Rettungsmaßnahme erläutert er Einsatzmöglichkeiten von e2fsck, integriert in das Linux-Filesystem Ext. Er kommt zu dem beruhigenden Schluß: Wenn man weiß, wo der Fehler begann und mit der nötigen Sorgfalt vorgeht, gelingt die Datenrettung in den meisten Fällen.
Ein völlig neues Thema präsentierte Ted T'so am Nachmittag mit der Einführung in System Tap. Das Software-Paket zielt auf Mitarbeiter im technischen Support, die mit Hilfe von System Tap Informationen aus dem Linux-Kernel erhalten, ohne dass hierfür Eingriffe in den laufenden Kernel nötig werden. T'so weist auf den frühen Entwicklungsstatus von System Tap hin und empfiehlt sich nicht auf die Pakete zu verlassen, die bei Distributionen mitgeliefert werden. Insbesondere gelte dies für die Enterprise-Versionen, wegen der großen zeitlichen Abstände zwischen den Aktualisierungen durch den Hersteller. Umfangreiche Informationen zu dem neuen Tool finden sich im Wiki, ebenso wie Seiten mit FAQ und einer Anleitung, wie Fehlermeldungen zu den Entwicklern gelangen. Für kommende Versionen ist bereits ein passendes Scripttool geplant, auch hierzu gibt es mehr Infos in dem Wiki.
(Britta Wülfing)
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