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Netbooks bilden Wachstumsmarkt und tragen Linux

IDC hat die PC-Verkaufszahlen des dritten Quartals 2008 in EMEA ausgewertet und festgestellt, dass die Mini-Notebooks über die Hälfte des 30 prozentigen Wachstums verantworten. Das wird so bleiben und: Linux schwimmt auf der Welle mit.

Die Zahl der verkauften Rechner ist im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gewachsen. Die Hälfte des Zuwachses geht auf das Konto der Mini-Notebooks, auch Netbooks genannt. Im dritten Quartal 2008 fanden in Europa, dem nahen Osten und Afrika (Europe, Middle East, Africa = EMEA) rund zwei Millionen Netbooks den Weg aus dem Lager. Trotz Wirtschaftskrise werde der Netbook-Markt in naher Zukunft nicht an Zugkraft verlieren, berichtet IDC - zumindest, was die verkauften Stückzahlen betrifft, während der Gewinn wegen Preiskampf und Währungsverlusten weniger aufstrebend ausfallen kann. Der Linux-Anteil ist bei den Netbooks beträchtlich und hievt das freie Betriebssystem auf die Bretter, die den Weltmarkt bedeuten.

Die Gesamt-PC-Verkäufe in EMEA führt Acer im dritten Quartal 2008 mit gut 21 Prozent Marktanteil an und hat damit HP, den Anführer aus dem dritten Quartal 2007, überholt. Bemerkenswert ist daran, dass die Taiwaner mit dem Aspire One nach Angabe der Analysten zum ersten Mal den Sprung an die Spitze der PC-Verkäufer geschafft haben, nachdem sie im Vergleichsquartal 2007 noch Zweiter waren. An dritter Stelle verblieben ist Dell, die einige Prozent Marktanteil verloren haben. An die vierte Stelle schob sich mit 7,4 Prozent Asus, letztes Jahr mit 3,7 Prozent noch Letzter in der Fünfer-Riege.

Den Markt für Mini-Notebooks teilen in EMEA zur Zeit Asus und Acer weitgehend unter sich auf: Zusammen halten sie laut IDC rund 80 Prozent Marktanteil. Das kommt daher, dass sich vor allem Asus und Acer durch Kooperationen mit Telekommunikationsanbietern verbreitet haben. Primärer Vertriebskanal sei dennoch der Einzelhandel. Hier habe Asus in der ersten Jahreshälfte die Nase vorn gehabt, Acer seit Mitte des Jahres den Wettbewerb stark angefeuert und schließlich überholt. Mittel für den Erfolg seien Optik und Preis. Gut möglich, dass es in der Vorweihnachtszeit heiß hergehen und die Verkaufszahl die vier-Millionen-Marke überschreiten wird, prophezeit die IDC-Analystin Eszter Morvay, die für die PC-Verkäufe im EMEA-Bereich zuständig ist.

Zu Linux-Magazin Online sagte die Senior-Analystin Morvay, dass für Linux-Netbooks keine besonderen Zahlen vorlägen. Sie schätzt aber, dass der Linux-Anteil an den verkauften Mini-Notebooks in EMEA 40 Prozent beträgt. Diese Zahl erscheint recht hoch. Allerdings hatten viele der seit 18 Monaten die Welt bevölkernden Mini-Notebooks Linux an Bord.

Der Linux-Anteil am Notebook-Markt insgesamt beträgt in Deutschland laut einer anderen Studie von Anfang August nur 5,5 Prozent (wir berichteten). Im Vergleich zum Januar 2007 stellt das laut der Studie nicht nur eine Steigerung um über 500 Prozent dar, sondern diese Steigerung sei auch noch primär mit dem ersten Mini-Notebook eingetreten, das nach dem OLPC-Notebook und dem Classmate-PC von Intel als erstes Mini-Notebook ohne bildungspolitischen Hintergrund auf den Markt gekommen ist: der Eee-PC von Asus (siehe Artikel auf Linux-Magazin Online). Seitdem kommen regelmäßig neue Netbooks mit oder ohne Linux auf den Markt oder wurden angekündigt. Eine Übersicht der bisher in Deutschland erschienenen Minis mit Linux gibt die Bildergalerie. Generell haben Notebook-Hersteller Linux jedoch noch nicht so recht im Blick, wie Ende Juli 2008 eine Umfrage unter Herstellern von Linux-Magazin Online auf Intels Produkt-Launch der neuen Centrino-2-Technologie zeigte.

Die Marktforscher von IDC (International Data Corporation) haben ihren Hauptsitz in Massachusetts-Framingham und unterhalten weltweit rund vier Dutzend Büros, in Deutschland jeweils eines in Frankfurt und München. Die PC-Tracker für EMEA sitzen in Großbritannien.

(Anika Kehrer)
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Kommentare (2)
von
Jan,
20.10.2008 17:34
"nur 5.5%"
Ihr schreib, der Marktanteil von Linux (vorinstalliert) bei Notebooks liege lt Studie bei *nur* knapp über 5%.

5% sind extrem viel, wenn man bedenkt, dass der gefühlte Anteil vom Linux am Notebook-Angebot immer noch im Promille-Bereich liegt.
von
Hella,
20.10.2008 21:23
Der Zwangs-Windows-Effekt bei größeren Klapprechnern
In meinem Umfeld (zugegeben ein ziemlich spezielles Umfeld) gibt es ziemlich viele Linux-Laptops. Aber: die meisten wurden mit Windows gekauft - nicht weil der Kunde das so wollte, sondern weil es gar nicht anders angeboten wurde. Ich hätte z.B. mein Lenovo X60s und vorher mein X30 nur viel komplizierter und auf jeden Fall teuerer *ohne* Windows-Lizenz erhalten.

Läuft mit Linux, wurde aber mit Windows verkauft und taucht somit in der Verkaufsstatistik in der falschen Spalte auf ...

Anders hört man auch von Menschen, deren einstmaliges Linux-Netbook mit XP verwendet wird (allerdings - so legal - wurde dieses XP ja auch verkauft und somit in Statistiken mitgezählt.)
 
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