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NTFS-3G 1.5012 steigert Performance

Die Macher des NTFS-Dateisystemtreibers NTFS-3G haben die stabile Version 1.5012 freigegeben. Nach 13 Jahren Entwicklungszeit ist der Treiber damit erstmals in der Lage, unbegrenzt viele Dateien und Verzeichnisse anzulegen und zu löschen.

In einem internen Testlauf konnten die Entwickler erfolgreich 54 Millionen Dateien in einem einzigen Verzeichnis anlegen, was ingesamt "nur" einen ganzen Tag gedauert haben soll. Das unter Linux gebräuchliche Dateisystem ext3 soll im gleichen Szenario lediglich etwas über 20 Millionen Dateien schaffen.

Die jetzt veröffentlichte Version entspricht dem bereits im September veröffentlichten Release Candidate, der laut Projektleiter Szabolcs Szakacsits intensiv getestet wurde und vollständig fehlerfrei arbeiten soll. Darüber hinaus soll NTFS-3G eine extrem hohe Arbeitsgeschwindigkeit erreichen, die in etwa denen der anderen Linux-Dateisystemtreibern gleicht. Die zugrunde liegenden Testmethoden und Qualitätssicherungsmaßnahmen erläutert eine eigene Webseite.

Der NTFS-3G Treiber erlaubt es Linux-Benutzern, auf die primär von Windows genutzten NTFS-Laufwerke zuzugreifen. Gegenüber den im Linux-Kernel mitgelieferten Treibern hebt er einige Einschränkungen auf, beispielsweise bei den Schreiboperationen. Des Weiteren unterstützt NTFS-3G die meisten POSIX-Dateisystemoperationen, sowie Access Control Lists (ACLs) - wenn auch letztere derzeit nur experimentell.

Im Gegensatz zu vielen anderen Dateisystemtreibern arbeitet NTFS-3G nicht direkt im Kernel, sondern im Userspace über die FUSE-Schnittelle (Filesystem in Userspace). Aus diesem Grund muss man den Treiber selbst kompilieren und installieren, was über den bekannten Dreisatz "./configure; make; make install" jedoch schnell erledigt ist. Anschließend lässt sich eine NTFS-Partition wie gewohnt per "mount" einbinden, wobei man als Dateisystem "-t ntfs-3g" wählt.

Da der NTFS-3G Treiber vollständig unter der GPL steht, ist sein Einsatz kostenlos. Zusätzlich bieten die Entwickler verschiedene, kostenpflichtige Dienste an, wie etwa die Programmierung von Zusatzfunktionen.

Die Ursprünge von NTFS-3G liegen im Ntfsprogs Projekt, aus dem es als Abspaltung des Werkzeugs Ntfsmount hervorgegangen ist. Die Entwicklung des Treibers gestaltet sich äußerst schwierig, da Microsoft als Erfinder von NTFS keinerlei Informationen über das Dateisystem herausgibt. Daher mussten die Entwickler hauptsächlich durch Beobachtungen ("Clean Room Reverse-Engineering") die verschiedenen NTFS-Versionen in akribischer Kleinarbeit analysieren.

(Tim Schürmann)
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Kommentare (2)
von
drosera,
15.10.2008 16:30
Benchmarks
Gibt es schon irgendwelche Benchmarks, vielleicht sogar vergleichende mit anderen (unter Linux gebraeuchlichen) Dateisystemen?
von
Halsab,
21.10.2008 14:10
keine fertigen Pakete?
Gibt es nicht irgendwie ein Paket, was man übder den paketmanager einspielen kann? Ist ja schließlich auf Dual-Boot-Systemen schon recht wichtig, das ganze...
 
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