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Red Hat bringt Embedded-Hypervisor

Auf der Hausmesse Red Hat Summit in Boston erweitert der US-amerikanische Linux-Anbieter Red Hat sein Virtualisierungsangebot mit einem neuen schlanken Hypervisor, einer Managementkonsole und kombinierter Sicherheitsstrategie.

Den neuen Embedded Linux Hypervisor preist Red Hat als extrem schlank mit niedrigem Anspruch an die Ressourcen, und daher als gut geeignet für eingebettete Umgebungen. Das System kann von USB-Sticks oder SD-Karten mit nur 64 Megabyte gestartet werden und bietet die Umgebung für Red Hat Enterprise Linux (RHEL) oder Microsoft Windows als Gastsystem. Der Hypervisor ist unter der General Public License (GPL) v2 freigegeben und kann in der Betaversion auf der Projektseite ovirt.org heruntergeladen werden. Im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern setzt Red Hat bei seiner Technologie auf KVM, die Virtualisierungsschnittstelle, die seit 2006 Bestandteil des Linux-Kernels ist. Unternehmen wie Sun oder Novell mit Suse Linux Enterprise Server (SLES) nutzen für ihre Hypervisor-Varianten die Virtualisierung Xen, das Herstellerunternehmen Xensource wurde 2007 von Citrix übernommen.

Auch die neue Management-Software ist noch in der Betaphase: Das Virtual Infrastructure Management hat Red Hat für den Einsatz im so genannten Cloud Computing konzipiert. Bei diesem System können Rechner an weltweit verteilten Standorten auf Bedarf und Abruf zusammenarbeiten und sollen über die Vernetzung die Leistung besser nutzen. Diese Technologie bietet Red Hat beispielsweise als Dienstleistung über Amazon EC2. Mittels der neuen Management-Software sollen auch Unternehmen mit virtuellen Systemen interne Clouds aufbauen und verwalten können. Die Lösung steht ebenfalls als Beta-Version unter ovirt.org bereit. Als dritten Baustein im Virtualisierungskonzept schließlich wirbt Red Hat für ein eigenes Sicherheitskonzept in virtuellen Umgebungen. Über das Projekt Free IPA will Red Hat an einheitlichen Richtlinien zum Identitäts- und Policy-Management in virtuellen Umgebungen arbeiten und entsprechende Software-Werkzeuge zu deren Überwachung anbieten.

Red Hat sieht seine strikte Open-Source-Strategie im boomenden Markt der Virtualisierungen als Wettbewerbsvorteil: „Mit dieser lassen sich Dinge realisieren, die in der proprietären Welt einfach nicht gehen: offene Standards, echte Unterstützung vieler Anbieter sowie ein Höchstmaß an Flexibilität beim Einrichten und im Betrieb“, erklärt Paul Cormier, President of Products and Technology bei Red Hat. Als Mitverantwortliche für die Fortschritten an dem KVM-Projekt nennt Cormier auch die Hardware-Hersteller IBM und Intel, mit denen Red Hat kooperiert. IBM setzt hierbei auf mehrere Varianten, wie Daniel Frye sagt, bei IBM zuständig für das Open Systems Development: „IBM verfolgt einen heterogenen Virtualisierungs-Ansatz. KVM ist da eine von mehreren Optionen. Das Projekt nutzt Kernfunktionen des Linux-Kernels wie die von IBM Technikern beigesteuerten Paravirtualisierungsschnittstellen.“ Als einen Vorteil für die Kunden sieht Frye die Kombination der Linux-Virtualisierung mit offenen Schnittstellen wie CIM und Libvirt, die für Herstellerunabhängigkeit sorge.

Sowohl der Hypervisor wie auch die Management-Software stehen als Betaversion auf der Projektseite ovirt.org zum Download zur Verfügung, die Fertigstellung ist bis Ende 2008 geplant.

(Britta Wülfing)
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