USENIX-Tipps für Admins: Virtualisierung und HPC passen nicht zusammen
12.11.2008
In einem Tutorial auf der USENIX Lisa Konferenz in San Diego gaben Lee Damon und Mike Ciavarella ein Grundlagenseminar für Admins mit Tipps und Tricks für effizientes Arbeiten. Nicht in allen Fragen waren sich die Referenten einig, aber beide raten von der Kombination High Performance Computing (HPC) und Virtualisierung ab.
Virtualisierung ist einer der Themenschwerpunkte auf der Admin-Konferenz in Kalifornien. Das breite Vortragsprogramm reicht von ausführlichen Infos zum Open-Source-Hypervisor Xen über Virtualisierung mit VMwares ESX Server bis zu einer Trainingssession zur Programmierung virtueller Infrastruktur. Dies nahmen Damon und Ciavarella zum Anlass, Admins davor zu warnen, ohne vorherige Prüfung auf jeden Zug aufzuspringen. Lee Damon nahm hierzu sein tägliches Umfeld als Beispiel: Er ist an der Universität von Washington zuständig für die Systemadministration, und setzt hierfür auf HPC in großen Clustern. Obwohl er nicht grundsätzlich am Sinn virtueller Systeme zweifelt, hält er den kombinierten Einsatz in diesem Umfeld für problematisch. Sein australischer Kollege Ciavarella konnte an der Universität in Melbourne ähnliche Erfahrungen sammeln und schließt sich diesem Urteil an.
Überhaupt rufen die beiden in ihrem unterhaltsam präsentierten Tutorial zu grundlegender Skepsis gegenüber Modeerscheinungen in der IT auf, und nennen als ein Beispiel den iPod, den sie bei manchen Admins sogar als Backup-Lösung gesehen haben wollen. Als ein weiteres Beispiel aus der Praxis nennt Damon einen Admin, der ihn um Rat fragte, wie er seine Arbeitslast reduzieren könne. Auf Nachfrage gab dieser sein Wochenpensum mit 120 Stunden an. Als Hauptursache für diesen Zeitaufwand nannte er das Herunterladen von Updates und Patches für die zahlreichen Open-Source-Anwendungen, die er im Einsatz habe. Die Antwort von Damon und Ciavarella: „Denkt daran, dass freie Software nicht kostenlos ist, selbst wenn keine Lizenzgebühren anfallen. Sie kostet Arbeitszeit!“ Zum einen seien nicht sämtliche Updates sinnvoll, zum anderen sollte eine Gegenrechnung aufgemacht werden, ob durch kommerzielle Supportverträge nicht wertvolle Arbeitszeit effektiver genutzt werden könnte. Nach Erfahrung der beiden Referenten nutzten viele Admins dies Angebot häufig selbst dann nicht, wenn bereits Supportverträge bestünden.

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Lee Damon und Mike Ciavarella sind mit dem Tutorial-Ergebnis zufrieden.
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Überhaupt wird deutlich, dass Zeitmangel ein Problem vieler Admins ist, die selbst während der Konferenz mit Laptop, Beeper und Handy jonglieren. Viele praxisorientierte Tipps der Referenten drehen sich daher um das Thema, und Dokumentation gehört zweifellos zu den empfohlenen Hilfsmitteln. Dies ist Spezialgebiet von Ciavarella, der am Mittwoch ein Tutorial unter der Überschrift „Documentation Techniques for Sysadmins“ hält.
Die Übertragung der derzeit laufenden LISA 08 ist als kostenpflichtiger Videostream auf den Seiten von Linux-Magazin Online verfügbar.
(Britta Wülfing)
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