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Video: Umweltbundesamt präsentiert Software zur Schadstofferfassung

Die neue, öffentlich-rechtliche Software E-PRTR dient Industriebetrieben zur unkomplizierten Meldung ihrer Schadstoffproduktion. In diesem Video von der Systems 2008 erklärt Projektleiter Holger Böken vom Umweltbundesamt den aktuellen Stand der quelloffenen Erfassungssoftware.

In den letzten zehn Monaten hat das deutsche Umweltbundesamt zusammen mit einem externen Dienstleister ein Java-Modul zur Erfassung von Schadstoffen durch Industriebetriebe entwickelt. Der Name des Projekts E-PRTR setzt sich zusammen aus E für "elektronisch" und PRTR für "Pollutant Release and Transfer Register", zu deutsch Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister. Das im Video vorgestellte webbasierte Modul ist seit Juni online und dient Betrieben in Deutschland dazu, meldepflichtige Werte den Behörden einheitlich und möglichst unbürokratisch zu übermitteln. Für das nächste Jahr ist eine intuitive Darstellung mit Balken auf Google-Karten im Internet zu erwarten, worauf das Video auch eine Vorschau gibt.

Das Programmier-Projekt E-PRTR umfasst neben der Online-Erfassung und der grafischen Aufbereitung noch eine offene XML-Schnittstelle für große Betriebe mit eigenen Prozessdatenbanken und eine Offline-Version für den Betrieb in Firmennetzen. Prinzip war von Anfang an, ohne proprietäre Software lauffähig zu sein und andere Berichtspflichten in einer Oberfläche zu integrieren. Neben der Umweltberichterstattung für das Schadstoffregister geben Betriebe in E-PRTR auch meldepflichtige Werte an, die durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz anfallen. Gesprochen als "Bimsch" tauchen im Video also auch die elfte und dreizehnte Bundesimmissionschutzverordnung (BimSchV) auf, die Emissionen beziehungsweise Großfeuerungsanlagen betreffen und die die Software E-PRTR integriert. In Zukunft sollen betroffene Betriebe weitere Berichtspflichten mit E-PRTR abwickeln können, das dann entsprechend erweitert oder abgeändert werden kann.

Das PRTR-Projekt ist als Projekt des Umweltbundesamtes beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit angesiedelt. Es setzt ein 2006 in Deutschland erlassenes Gesetzesbündel zu dem neuen Schadstoffregister PRTR um. Es ist Folge des internationalen PRTR-Protokolls von 2003, das die EU und 36 weitere Staaten in Kiew bei der fünften europäischen UN-Minister-Konferenz zu Umwelt in Europa unterzeichnet hatten. Das Protokoll sieht gemäß der UN-Aarhus-Convention von 1998 vor, dass die Öffentlichkeit von Umweltbelastungen erfährt. Das PRTR-Protokoll gilt als das erste multilaterale Abkommen über Schadstoff-Register, das rechtsverbindlich ist und über die Grenzen der EU hinausgeht, und wurzelt in der 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro verabschiedeten Agenda 21.

Die Software des Umweltbundesamtes erfasst den Schadstoffeintrag.

(Anika Kehrer)
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