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Wohin floss Italiens Open-Source-Förderung?

Während der amerikanische Linux-Distributor Red Hat den italienischen Finanzgerichtshof Corte dei Conti als Neukunden meldet, versuchen Open-Source-Aktivisten den Verbleib von Fördergeldern der italienischen Regierung zu klären.

Der Corte dei Conti ist in Italien zuständig für die Überwachung der Verwendung von öffentlichen Geldern und soll sicherstellen, dass die Gesetze eingehalten werden. Laut einer aktuellen Verlautbarung von Red Hat hat der Gerichtshof nun einen "erheblichen" Teil seiner Server mit sicherheitskritischen Anwendungen auf die Unternehmensversion Red Hat Enterprise Linux (RHEL) umgestellt. Der zuständige Verkaufsleiter für Red Hat Italien, Gianni Anguilletti, wertet das als Erfolg der hauseigenen "Strategie für die öffentliche Verwaltung". Red Hat habe einiges investiert, um den besonderen Anforderungen dieses Marktsegments gerecht zu werden. Andere Open-Source-Unternehmer können sich dieser optimistischen Bewertung derzeit wohl nicht anschließen: Unter der Leitung von Roberto Galoppini, dem Vorsitzenden einer Vereinigung italienischer Mittelständlern mit Fokus auf Open Source, fordern sie in einem offenen Brief an das Ministerium für Technologie und Innovation Rechenschaft über einen millionenschweren Fördertopf.

Ende 2006 hatte die italienische Regierung die Ergebnisse einer Studie zu freier Software erhalten. Als Reaktion auf das positive Resultat legte die Regierung ein umfassendes Förderprogramm auf. Beispielsweise wurde die öffentliche Verwaltung aufgefordert, für eigene E-Governmentprojekte vorzugsweise freie Software zu wählen, und Fördergelder wurden ausgelobt für die "Stimulation der Informationsgesellschaft mittels Open Source Software". Ende Dezember 2007 stellt die Open-Source-Aktivistin Flavia Manzano zunächst auf der Webseite "Finalmente libero" (Endlich frei) die Frage: "Wo sind die 10 Millionen Euro geblieben, die speziell für freie Software gedacht waren?" Roberto Galoppini griff das Thema auf seiner Webseite auf und beruft sich auf "gut informierte Stimmen", denen zufolge die Gelder für andere Zwecke verwendet wurden. Nun wollen die Aktivisten der Sache auf den Grund gehen. In einem offenen Brief an Luigi Nicolais, den italienischen Minister für technologische Innovation, fordern sie Aufklärung über den Verbleib. Galoppini hofft nun auf die Gelegenheit, dem Minister den Brief im Rahmen der Qualipso-Konferenz in Rom am 17. und 18. Januar zu übergeben. Vielleicht richtet der Corte dei Conti, frisch mit Linux-Servern ausgestattet, nun auch ein besonderes Augenmerk auf diese Frage.

(Britta Wülfing)
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